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Zeichner-Interview

Im M√§rz 2007 konnten wir ein Interview mit Joe McCaffrey f√ľhren, der als Zeichner f√ľr Cosgrove Hall an der Serie mitgearbeitet hat. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Joe f√ľr das freundliche Mitwirken.

Wie war es, f√ľr Cosgrove Hall zu arbeiten - und wie bist du zur Serie gekommen?

Ich hatte 15 Jahre an Comics gearbeitet und als der Job langsam anfing trocken zu werden, h√∂rte ich, dass Cosgrove Hall gerade einen abendf√ľllenden Trickfilm plante - "Der gro√üe freundliche Riese" [nach Roald Dahl]. Also kontaktierte ich Brian Cosgrove, der mich sofort als Assistant Animator mit an Bord nahm. Ich verbrachte dort f√ľnf gl√ľckliche Jahre und wirkte in dieser Zeit noch an Graf Duckula und Danger Mouse mit.

Warst du noch an anderen Zeichentrickprojekten beteiligt?

Nachdem ich Cosgrove Hall verlassen hatte, arbeitete ich an Steven Spielbergs "Feivel der Mauswanderer im Wilden Westen" und "Vier Dinos in New York". Außerdem an einigen TV-Projekten wie "Juniper Jungle" und "Romuald, das Rentier" sowie mehreren unbekannteren Sachen.

Weißt du noch, an welchen bzw. wie vielen Folgen von "Graf Duckula" du damals mitgewirkt hast?

Bei "Graf Duckula" wurden wir in Neuner-Gruppen aufgeteilt, von denen jede f√ľr 10 Folgen verantwortlich war. Unsere bearbeitete:
Der Glöckner von Notre Dame
Dschungel-Fluch
Im Rathaus ist die Hölle los
Manegenzauber
Das vergessene Tal
Am Himmel ist die Hölle los
Graf und Bettelmann
... oder das Ende vom Seil
In 20 Minuten um die Welt
Wenn Zombies träumen

Wie lange dauerte es, eine Folge von "Graf Duckula" zu produzieren?

Jede Folge musste in sechs Wochen fertig gestellt werden.

Wurden tats√§chlich 25 einzelne Zeichnungen pro Minute angefertigt (also 1.500 pro Minute und um die 33.000 pro Folge) oder wurde ein bisschen "getrickst", sodass man beispielsweise nur 20 Zeichnungen f√ľr eine Sekunde der fertigen Serie einsetzte?

Wir arbeiteten mit 24 Bildern pro Minute. Die Folgen entstanden zwar f√ľrs Fernsehen, das 25 Bilder pro Minute verwendet, aber diese geringe Differenz konnte man vernachl√§ssigen. Wir fertigten f√ľr jedes zweite Bild eine Zeichnung an, also gab es zw√∂lf Zeichnungen pro Sekunde.
[Anm. von Duckula Online: Das sind immer noch erstaunliche 720 Zeichnungen pro Minute und ganze 15.840 pro Folge!]

Was ist das f√ľr ein Gef√ľhl, seine eigene Arbeit in einer fertigen Episode zu sehen? Warst du mit dem Ergebnis zufrieden?

Es ist immer schön, sein Werk im Fernsehen zu sehen ... aber manchmal denkt man sich: "Da hätte ich noch was besser machen können."

Weißt du, wie es dazu kam, dass man 1993 noch eine vierte Staffel mit sieben Folgen nachschob, nachdem die dritte Staffel bereits drei Jahre zuvor (1990) geendet hatte?

Als ich Cosgrove Hall 1990 verließ, war mir davon noch nichts bekannt.
[Anm.: Da Joe an einigen der letzten Folgen mitgewirkt hat, m√ľssen diese schon Jahre zuvor, zusammen mit den anderen, entstanden sein. Die Aufteilung in "Staffeln" erfolgte daher wohl erst viel sp√§ter, vermutlich durch den Sender.]

Was hätte man an der Serie, deiner Ansicht nach, verbessern können?

Ich erinnere mich, dass einige Folgen mit zu vielen Dialogen vollgestopft waren. Das bremste in meinen Augen ein bisschen die Action.

Hattest du eine Lieblingsfigur?

Ich mochte Emma gern. Hab zwar nie kapiert, warum sie einen Arm in der Schlinge hatte ... aber na ja, sie war eben ein tollpatschiges Huhn, stimmts?

Was glaubst du, wie "Graf Duckula" gewesen w√§re, wenn die Serie heute entstanden w√§re? W√ľrdest du gerne neue Folgen sehen?

Ja, eine neue Staffel w√§re toll. Aber heutzutage w√ľrde das alles komplett am Computer gemacht und h√§tte sicher nicht den gleichen Look.

In den Credits mancher Folgen tauchen eine Menge spanischer Namen auf. Weißt du, wie das kam? Gab es einfach viele spanische Zeichner bei Cosgrove Hall oder wurde die Serie in mehreren Ländern bzw. von mehreren Studios produziert?

Um 1985 verlor Thames TV die Lizenz und Cosgrove Hall brauchte einen neuen Partner. Ich weiß noch, dass einmal der Besitzer eines spanischen Studios mit seiner Frau eine Besichtigungstour durch unseres machte. Ich schätze, es kam zu einem Deal und die Arbeit wurde zum Teil nach Spanien verlagert.

Und hier seht ihr zwei Artworks von Joe sowie das jeweils fertige Design in der Folge "Manegenzauber". Man kann gut erkennen, dass es sich um Concept Art handelt, das sp√§ter noch ge√§ndert wurde (z.B. ist Emma in der zweiten Einstellung nicht mehr dabei, da sie der Ausl√∂ser f√ľr den entsetzten Blick der anderen ist).